(Jana)
Schon wieder sind 2 aufregende Wochen in bzw. außerhalb von Singapur vergangen. Um mal wieder unseren Rückstand aufzuholen hier ein kleiner Bericht.
Nach unserem Wochenende in KL blieben wir das darauf folgende WE in Singapur um noch ein paar fehlende Sehenswürdigkeiten in unserer derzeitigen Heimat zu erkunden. Darunter fiel das Bukit Timah Nature Reserve. Dies ist ein Regenwald-Reservat mitten in Singapur und markiert gleichzeitig die höchste „natürliche“ Erhebung Singapurs, die man besteigen kann – den Bukit Timah mit 163,8 m. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, diese gigantische Höhe zu erklimmen
. Man darf die Höhe jedoch nicht unterschätzen, denn durch die schwüle Hitze von 30 Grad im Schatten mit 80 % Luftfeuchtigkeit war es doch ziemlich anstrengend. Neben einer unglaublich schönen Natur und Pflanzenwelt, sahen wir auch Affen die sich zwischen den Bäumen hangelten. Oben angekommen gab es als Belohnung leider keinen schönen Blick über die Stadt – man konnte lediglich auf ein paar Bäume schauen (da sollte man wohl eher von einem der hohen Tower runter gucken).
Für das nächste Wochenende hatten wir uns mal wieder eine kleine Insel in Malaysia rausgesucht. Diesmal war es Pulau Sibu, die für Sonne, Strand und Meer sorgen sollte. Wir hatten ein kleines Chalet in einem Ressort mit einem Vollverpflegungspackage gebucht – was soll man auch sonst machen, Supermark oder Alternativversorgung gibts ja nicht. Freitagabend wurden wir (Alex, Anna, Christian und ich) von einem Kleinbus in Singapur abgeholt, an der Grenze war es wie immer knackig voll. Nachdem wir die singapursche – malaiische Grenze hinter uns ließen ging es dann noch gut 2h ins Nirgendwo. Überall Palmen, Bäume und nur eine Straße wo alle 10 Minuten mal ein Auto vorbei kommt. Der Mond, die einzige Lichtquelle.
Alex: Wir machten noch Witze, dass so jede klassische Horrorgeschichte losgeht. „Jugendliche sitzen im Auto zu einem Trip auf eine einsame Insel und machen sich über Horrorgeschichten lustig, die immer so losgehen.“ (das ist rekursiv
) Nunja, beängstigend war es irgendwie schon. Und Jana ermahnte mich damit aufzuhören.
Aber das Misstrauen war grundlos. Wir kamen sicher und punktgenau bei dem kleinen Hafen an, von wo aus wir mit einem Speedboat nach Sibu gebracht wurden. Auf der Insel angekommen, mussten wir jedoch erst einmal mit Taschenlampen quer durch den Dschungel laufen um auf die andere Seite der Insel zu gelangen. Nach der stockdunklen Wanderung kamen wir nach 30min auf der anderen Seite am Ressort an und erhielten unser gebuchtes Häuschen. Was auch echt süß von außen war
, von innen jedoch erstmal gewöhnungsbedürftig. Kurz gesagt waren wir nicht die einzigen Bewohner – neben Mücken und Echsen gab es auch Ameisen und andere Kriechtiere. Aber gut, so ist das nun mal auf tropischen Inseln. Oder? Das einzige was zählte war das Wetter. Da hatten wir bis jetzt nicht viel Glück gehabt. Leider kam dann am Samstagmorgen auch der ernüchternde Blick aus dem Fenster – graue bis schwarze Masse am Himmel. Alex versuchte sich selbst und uns anderen mit Sprüchen wie: „Das klart noch auf.“ oder „Da hinten wird es glaube ich schon wieder heller.“ die Hoffnung auf gutes Wetter zurückzugeben. Nach dem Frühstück entschieden wir dann trotz des schlechten Wetters baden zu gehen. Kurz darauf fing es jedoch an aus Eimern zu regnen. Wir zogen uns auf die Veranda zurück um eine Runde Monopoly spielen. Nach langem Aufbauen (bzw. suchen von Spielfiguren) und Diskutieren wieviel Scheine jeder von jeder Farbe bekommt kamen wir nicht mehr zum spielen. Denn der Regen stoppte und die Sonne kehrte ein.
Das hiess für uns also ab zum Strand. Das Fazit des ersten Strandtags: Anna und Christian waren extrem verbrannt. Alex und ich hatten einen normalen Sonnenbrand.
Am Sonntag hielten wir uns dann also überwiegend im Schatten auf und vertrieben uns die Zeit mit quatschen, lesen oder Schach spielen. Leider geht natürlich so ein entspanntes Wochenende viel zu schnell um, jedoch liess die nächste Reise nicht lange auf sich warten.
Die letzte Arbeitswoche bestand für uns nur aus 4 Tagen, denn am Freitag haben wir für unsere Reise auf die Insel Borneo (gehörend zu Malaysia, Indonesien und Brunei) einen Tag Urlaub genommen. „Wir“ das waren diesmal Anna, Christian und Caren (ebenfalls T-Praktikanten), Anna’s Freund Frank, Alex und ich. Unser Ziel auf der Insel Borneo war die malaiische Stadt – Kuching. Von Singapur fliegt jedoch keine günstige Airline nach Kuching. Wir buchten also einen Flug von AirAsia von Johor Bahru nach Kuching. JB ist die erste größere Stadt hinter der Grenze, also hiess es für uns früh Aufstehen um rechzeitig am Flughafen zu sein. Wir buchten 2 Taxis um 3 Uhr morgens die uns von Singapur bis JB Flughafen brachten. An der Grenze ging es Freitag früh um 3.30 Uhr recht schnell, so dass wir viel zu früh am Flughafen ankamen. Die Zeit bis zum einchecken vertrieben wir uns mit ausruhen und schlafen (siehe Pics).
Die Sicherheitskontrollen vom Gepäck waren in Malaysia mal wieder lächerlich. Gepäckstücke die man abgeben wollte (also kein Handgepäck) musste man vorher scanen lassen. Alex hatte versehentlich sein Handgepäckstück auf das Rollband gelegt und wurde zugleich freundlich aufgefordert dieses nicht kontrollieren zulassen. Am Ende des Rollbands sass eine Frau, die dann jedem Koffer einen Sticker aufklebte. Danach konnte man mit dem Gepäckstück zum einchecken gehen. Auf dem Weg dorthin kontrollierte natürlich keiner ob du deinen Koffer nochmal öffnest, etwas entnimmst oder reinpackst. Die Frau am Eincheckschalter interessierte nur der Aufkleber. Flüssigkeiten waren ebenfalls im Handgepäck verboten, jedoch hatten wir alle eine Wasserflasche mit, die auch in den Flieger durfte
. Vielleicht liegt es ja daran, dass AirAsia nicht in Europa landen darf. Denn am Flugzeugzustand liegt es nicht – nagelneu mit Ledersitzen.
Die eigentliche Flugzeit betrug so knapp 1,5 h. Wir schafften die Strecke jedoch in einer guten Stunde. Da Frank (2m) und Anna (1.78m) sehr groß sind, bekamen wir auch alle 6 jeweils beim Hin und Rückflug einen Notausgangsitz.Vom Flughafen in Kuching wurden wir dann von Henry (unserem Hostel-Vater) abgeholt. Wir haben 2 Übernachtungen in der „Lodge 121“ gebucht und haben pro Nacht ca. 16 EUR im Doppelzimmer bezahlt. Die Lodge war nicht nur super gelegen, sondern war auch super sauber und Henry hatte uns gute Tipps für unsere geplante Touren gegeben. Nach einer kurzen Erkundungstour der Umgebung ging es am Nachmittag in das „Semenggoh Orang Utan Wildlife Centre“. Dort leben halbwilde Urang Utas die man bei der Fütterung beobachten kann. Die Urang Utas waren echt beeindruckend und es ist unglaublich wie ähnlich sie dem Menschen sind. Eine Stunde lang konnten wir diesen Tieren ganz nah sein, denn dann war das Essen aufgebraucht und die Urang Utas machten sich wieder aus dem Staub. Am Abend bekamen wir von Henry ein sehr gutes Restaurant empfohlen Namens: „Bla, bla, bla“. Wir können auch wieder nur bestätigen. Die Tipps von Henry sind Gold wert
.
Am nächsten Morgen hatten wir eine Tour zum „Bako National Park“ geplant. Wir besorgten uns einen Kleinbus (auch Yellow Top Van genannt) und fuhren ca. 40 min bis zum Eingang des Nationalparks. Von hier aus mussten wir mit einem Speedboat ca. 15 min über einen Meeresarm zum eigentlichen Reservat düsen. Gerade mal angekommen waren wir von der Landschaft schon überwältigt. Zunächst suchten wir uns eine Route durch den Dschungel aus. Wir entschieden uns für den längsten Weg bis zu einem Wasserfall. Am Ende des Tages hatten wir so knapp 9 km im dem Dschungel bewandert. Jedoch darf man diese 9 km nicht mit einer Brockenwanderung vergleichen, denn die Anstiege waren an einigen Stellen so hoch das wir uns an Wurzeln hoch hangeln mussten. Es gab hier natürlich wieder allerlei Getier zu sehen (siehe pics).
Am Abend waren wir wieder im „Bla, bla, bla“ (Das hiess wirklich so
)essen. Nach dem Essen wollten wir eigentlich auf den Night Market gehen. Wir haben gehört dass es dort Schuhe für 2 Euro zu kaufen gebe. Nach einer halben Stunde laufen kamen wir auch an einem Markt an, jedoch gab es dort nur Früchte und Obst. Anna und ich suchten die Schuhe, jedoch mussten wir ernüchternder Weise feststellen, dass wir auf dem falschen Markt sind. Wir waren alle voll fertig von dem Tag und wollten nur noch auf den Schuhmarkt, aber dann das…da hat sich der lange Fußmarsch nicht mal gelohnt.
Am Abend trafen wir noch in der Lodge eine Studentin aus Bitterfeld / Halle. Da brauchen wir keinen Pass – das „jetzte“ und „orbeiden“ hat uns schnell zu einander gebracht.
Am Sonntag entschieden wir uns in das „Sarawak Cultural Village“ zu fahren. Mit einem Kleinbus ging für uns 6 also in das Dorf, indem man sich verschiedene „Longhouses“ anschauen kann, in welchen die Ureinwohner Borneos leb(t)en. Es war zwar sehr touristisch, aber auch sehr interessant zu erfahren wie die Stämme mit ganz simplen Konstruktionen sich das Leben vereinfacht haben. Der Besuch wurde noch durch eine 45 minutige Tanzshow für Touris abgerundet. Bevor unser Flug dann um 18.40 Uhr wieder nach JB ging, haben wir uns die Zeit in den verschiedenen Souvenirs Shops vertrieben. Alex war (leider) auch dabei, der mich immer wieder beim Shoppen stoppen musste
. Mir gelang es aber doch noch zwei Holzkatzen zu ergattern.