Dayang – ein Paradies

Juni 1, 2008

(Alex)

Jana hat schon angedeutet, dass wir mit dem „Open Water Diver“ Kurs angefangen haben. Im Pool haben wir noch einige Skills geübt, wie Maske unter Wasser säubern, Verhalten wenn die Luft ausgeht usw. usw. Bis auf das lange unter Wasser bleiben, war es aber eher weniger spannend. Das sollte sich am letzen Wochenende ändern. Gemeinsam mit der Tauchschule ging es nach Dayang, eine kleine (Pi mal Daumen 4 Fußballfelder große) malaiische Insel. Gleich nach der Arbeit ging es dann im Kleinbus los. Insgesamt waren wir 6 dt. Praktikanten, 3 singapursche Studenten, Tauchlehrer Ashar und ein lebensmüder Busfahrer. Allein die Fahrt bis zur Grenze (ca. 20km) und Grenzübergang hat fast 2h gedauert. Es gibt zwei große Brücken von Singapur nach Malaysia und für einen Freitagabend ist das wie ein kleines Nadelöhr wo alle durchwollen. In Malaysia angekommen, bemerkt man sofort warum Singapur – Asien light ist. Vom hochmodernen, akklimatisierten Grenztrakt kommend erreicht man ein ziemlich abgenutztes Gebäude auf der „anderen Seite“ wo paar alte Ventilatoren gegen die drückende Schwüle ankämpfen. Auf den Strassen ist ein wirres Hin und Her, am Bordstein liegt Müll. Also mehr als nur ein Streifen von paar hundert Metern der die beiden Staaten deutlich von einander trennt. Es war nur ein kurzer Eindruck, ich bin schon gespannt, dass Land näher kennen zulernen.

Wir haben erstmal im Shop Kaugummis und Getränke eingekauft, die anderen wesentlich günstigere Zigaretten. Drei weitere Stunden Fahrt durch unzählige Palmenölplantagen brachten und nach Mersing, ein kleine „Hafenstadt“ von der es zu den vielen kleinen Inseln geht. Um Mitternacht fuhr unsere Fähre los, doch die guten Schlafplätze waren aber schon von einer Vorgruppe belegt, außerdem stank es im Bootsinneren total nach Diesel.

Ich habe Jana meinen Platz abgegeben und mich draußen auf das Deck zum schlafen begeben. Da ich auch auf längeren Busfahrten gerne auf den Gängen schlafe, war das Deck für mich überhaupt gar kein Problem – im Gegenteil, ich habe fast die komplette vierstündige Fahrt durchgeratzt.

Da an diesem Tag Vollmond war, hatte man schon vom Steg aus ein super Blick auf die Insel, weißer Sandstrand und nur zwei große Häuser als Taucherunterkunft – das wars, sonst gibt es nichts mehr auf der Insel. Schaut euch einfach die Bilder an, da muss man nicht viel zu sagen :-) . Leider konnten wir den Strand und das Wetter nicht in vollen Zügen genießen. Denn gleich nach dem Frühstück ging es zum ersten Tauchgang. Wir übten noch einmal alle wesentlichen Elemente unter Wasser. Jeder sollte sich auch an den Druck gewöhnen usw. ca. 50min waren wir unte, anschließend ging es zur Insel zurück – Mittagessen. Kaum verschnauft ging es zum zweiten Tauchgang. Netto ist man zwar nur 1h im Wasser, aber erstmal mit dem Boot hinkommen, Ausrüstung auspacken, anziehen, ausziehen zurückfahren

Dauert dass dann schon 2-2,5h Stunden. Der zweite Tauchgang ging schon etwas tiefer (12m) – diesmal sind wir auch „herumgeschwommen“ und haben uns auch die Unterwasserwelt angesehen. Es ist einfach unbeschreiblich, von oben ist es einfach nur blau und öde, unten sind tausende von Fischen, Korallen, Pflanzen. In den tropischen Gewässern (Oberfläche 30°C, 10m tiefe 28°C) sind die Fische alle total bunt. Man fühlt sich selber wie ein Fisch in einem riesigen Salzwasseraquarium. Ashar, der Tauchlehrer, wirbelte in einer Koralle mit einem Stab herum und es kamen ganz viele kleine Clown Fishes (aka Nemo Fische) heraus. Wirklich der Hammer. Nach Kaffeepause (bzw. Tee und gebratene Bananen) ging es dann zum dritten und letzen Tauchgang, des Tages. Diesmal wieder eine komplett andere Welt. Die Böden waren sandig, keine Korallen aber noch viel mehr Fische. Auch Schwärme von ca 1000 Fischen (ca. 15-20cm pro Fisch), schwimmen wie eine kitschige Tapete an einem vorbei. Ich habe versucht genau rein zu schwimmen, aber die koordinieren sich alle blitzschnell und bilden eine Auswölbung an dem Platz wo man sich gerade befindet :-) .

Die Nacht war recht kurz und wir alle ziemlich müde und kaputt, aber wir haben es uns nicht nehmen lassen noch Beachvolleyball und Beachfussball zu spielen. Ostseesand ist super fein und weich, aber das ist noch einmal eine Ecke besser.

Am Abend haben wir es uns bei kaltem Bier und einem leckeren Barbecue (auch wenns auf dem Foto nicht so aussieht) gut gehen lassen. Sonntagmorgen hieß es um 6.00Uhr aufstehen, der erste Tauchgang stand schon vor dem Frühstück an (Sonnenaufgang siehe Foto). Es war wieder ein „Leisure-Dive“, d.h. Just for Fun und keine Skills üben. Diesmal waren wir auf ca. 15m Tiefe. Wir haben einige Moränen gesehen, Wassergurken die ca. 1m lang und 20cm dick sind, Unterwasserschnecken, viele bunte und glitzernde Fische, die man sonst nur aus Aquarien kennt. Highlight war aber zum Schluss eine Schildkröte die plötzlich vor uns „auftauchte“ und an uns gemütlich vorbei schwamm (Jana fand sie sah aus wie Susi!). Nach dem Frühstück ging es dann zum letzten Tauchgang, dort übten wir mit dem Kompass hin und zurück zu kommen, bei der starken Strömung und dem aufgewirbeltem Boden gar nicht so leicht.

Nach dem üppigen Mittagsessen ging es dann leider auch schon wieder nach Hause, wir hatten ja auch einen langen Weg zurück.

Während dessen, grüßt Ashar auf „Deutsch“ unsere Eltern!

Auf dem Boot entdeckten Jana und ich den perfekten Platz zum Sonnenbaden und Chillen (siehe Fotos). Bierchen, Fahrtwind, Sonnenschein, Meer und kleine Inseln links und rechts – man kann es sich wirklich gut gehen lassen, wenn man möchte :-) !

Kurz vor der Grenze nach Singapur deckten wir uns noch einmal mit Kaugummis ein (15Päckchen) kurz vor dem Übergang erfuhren wir von Ashar, das jeder nur max. zwei mitbringen darf. So, jetzt hatten wir aber schon eine Tüte voll und wollten sie auch nicht wegschmeißen – wir entschieden zu „schmuggeln“ und im Fall der Fälle den Unwissenden zu spielen (was in dem Fall auch wirklich gestimmt hätte). Es ging aber alles gut, wurden weder verhaften noch mussten wir was zurück lassen. Zusammenfassend, war das Wochenende echt spitze – cooler Ausflug, coole Eindrücke, coole Leute!

Jaja, die Kaugummigeschichte und Singapur – auf den ersten Blick wirklich sehr albern das Gesetz. Uns erzählte ein „Local“ auf dem Boot, das es noch vor ca. 10Jahren welche zu kaufen gab. MRT-Stationen und Strassen waren total verklebt. Jetzt ist aber alles blitzeblank. Wenn ich mich an den Eingang vor dem Allee Center oder Karstadt erinnere und alle es achtlos ausspucken – eigentlich die richtige Maßnahme wenn man es sauber haben will?

(Hier stinkt trotzdem keiner aus dem Mund, von Mentos über SMINT und wie sie nicht alle heißen gibt es hinreichend viele Substitute…)

Die Woche über mussten wir für den theoretischen Schein „lernen“ bzw. lesen. Nach einem langen Arbeitstag gar nicht so leicht. Meistens schliefen wir nach einer Stunde ein. Letzen Endes haben wir aber glanzvoll mit 98% richtigen Antworten bestanden und dürfen uns von nun an offiziell Open Water Diver nennen.

Zwischenzeitlich waren wir auch einen Abend in einem besonderen Kino. Es sind nur ca. 30 bequeme Sessel, die sich komplett in die Horizontale elektronisch Bewegen lassen, im ganzen Kino. Da das Kino mega-akklimatisiert ist, gibt es die Decke schon gleich mit dazu – verrückt! Unsere Sitznachbarn haben sich erstmal eine Flasche Schampus auf ihren Tisch geordert. Wir haben Indiana Jones geguckt. Nach dem „Mr Jones“ einen Atombombenanschlag überlebt hat (er hat sich in einen Kühlschrank gestellt), war unser Interesse an dem Film mächtig gedämpft. Jana brachte es mit einem tiefen Schlaf zum Ausdruck. Ich musste alle 30sec. gähnen. Super Film, wenn ihr ihn noch sehen wollt :-) !

Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber ich habe kein Bock mehr weiter zuschreiben – wir aber im nächsten Artikel natürlich nachgeholt!