Moving, moving, moving …

Juni 23, 2008

(Jana)

In der letzten Woche drehte sich alles bei uns nur ums Umziehen. Da mein Office in eine andere Ecke von Singapore gezogen ist, hatten wir entschieden auch unseren Wohnplatz zu wechseln. Von unserer alten Wohnung hätte ich sonst über eine Stunde zum neuen Office gebraucht. Da es in Singapore nicht so einfach ist eine gute Wohnung in Toplage zu finden, haben wir uns für eine sehr unkomplizierte (die sich aber im Endeffekt als kompliziert entpuppte) Variante entschieden. Wir sind ins Plaza gezogen. Das Plaza besitzt mehrere Appartements indem zahlreiche deutsche Praktikanten und Trainees wohnen. Ein gewisser Dr. Tham vermietet die WGs eigentlich recht unkompliziert und einfach, bei uns gab es jedoch leichte Schwierigkeiten. Na ja, aber jetzt wohnen wir in einer 3er WG, im 26. Stockwerk, mit zwei netten Franzosen (die wir schon vorher kannten).

Die letzten 5 Tage habe ich also sowohl auf Arbeit als auch zu Hause nur Kartons und Koffer gepackt. Letzten Freitag nach der Arbeit haben wir dann unser ganzes Hab und Gut aus zwei Monaten Singapore in Sack und Tüten gepackt, haben zwei Taxen bestellt und sind dann zum Plaza rüber gefahren. Ja wir brauchten zwei Taxen, weil wir echt 10 Taschen hatten. Angefangen von unseren beiden Koffern, bis hin zu unseren Laptops (nicht zu vergessen auch die Laptops von der Arbeit) und Haushaltszeug (Eimer, Waschpulver …) was man echt nicht unterschätzen sollte.

Der Freitagabend endete damit, dass wir unser neues Reich bis spät in die Nacht säuberten um uns auch wirklich wohl zu fühlen :-) . Samstag morgen musste ich dann auch noch arbeiten. Wie schon erwähnt ist mein Office ja auch umgezogen und am Samstag war dann traditionelles Auspacken mit Ansprache im Nagelneuen Office. Alex hat in der Zeit die Wohnung weiter auf Trap gebracht. Angefangen vom Reparieren des Bügelbretts und Trockner bis hin zu Lampen.

Am Abend haben wir uns dann mit ein Paar Freunden getroffen um etwas zu trinken und um eigentlich in einen Club zu gehen. Leider haben Alex und ich die Gruppe, aufgrund eines temporären Verschwindens unseres Wohnungsschlüssels, nicht in den Club joinen können. An Kopfschmerzen und Übelkeit litten wir am nächsten morgen dank des Absolut Vodkas trotzdem. (Btw an Claudi: Cranberry mit Vodka schmeckt wie die gute alte Vodka Blutorange – kannst dir also vorstellen was beim Trinken für Gedanken hoch kamen ;-) )

Unter anderem versuchten wir eine Woche lang ins Kino zu gehen um Sex and the City zu schauen. Leider lief entweder der Film nicht in dem Wunschkino, es war ausverkauft oder zu einer sehr ungünstigen Zeit. Am Sonntagabend haben wir es aber endlich geschafft ins Kino zu kommen. Alex hat dann festgestellt, dass wir hier innerhalb von 2 Monaten 3-mal im Kino waren. In Deutschland schaffen wir es nicht einmal 3-mal im Jahr ins Kino zu gehen. Das sind also die Vorteile des Arbeitens, man hat das komplette Wochenende Zeit zum erholen ;-) und muss keine Aufgaben rechnen.


Ein bisschen Heimat in der Ferne

Juni 16, 2008

(Jana)

Es wird wohl mal wieder Zeit ein kleines update zu machen.

Vorletztes Wochenende waren wir mit ein Paar Freunden auf der malaiischen Insel Rawa. Freitagnachmittag ging es um 17.30 Uhr mit einem Kleinbus aus Singapur los. Gegen 21Uhr erreichten wir dann die Fähre in Mersing und von dort aus ging es mit einem Speedboat nach Rawa.

Rawa gehört mit zu den schönsten Inseln, jedoch hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Es hat fast 2 Tage lang geregnet und die Sonne kam nur selten raus. Die Insel beeindruckte uns jedoch auch ohne Sonne. Außerdem war es mal wieder schön dass ein leichter Wind wehte und man gemütlich auf dem überdachten Balkon ein Buch lesen konnte ohne dabei zu schmelzen. Alex ließ es sich jedoch nicht nehmen trotz des ‚schlechten’ Wetters Schnorcheln und Baden zu gehen. Da wir nicht den ganzen Tag am Strand liegen konnten (und das hatten wir eigentlich vor), mussten wir unseren Tagesablauf etwas umstellen. Der sah dann in etwa so aus: Fruehstueck – Spazieren - Mittag – Spazieren – Abendbrot – Cocktails trinken. Das Essen war aber auch wirklich gut ;-) .

Seit anderthalb Wochen läuft ja die Europameisterschaft, die wir uns natürlich in Singapur auch nicht entgehen lassen. Alex ist sogar so verrückt um 3 Uhr morgens (21Uhr dt. Zeit) aufzustehen um die Spiele zu schauen. Das Spiel Deutschland gegen Kroatien lief bei uns ja schon um 0Uhr und deswegen entschieden wir zum Public Viewing zu gehen. Es war kaum zu glauben wie viele Deutsche es in Singapur gibt. Wir haben uns das Spiel im Chimjes angeschaut wo zahlreiche Leinwände aufgebaut waren. Es war Open Air und hatte etwas von Biergarten Atmosphäre. Wir hatten das Gefühl irgendwo mitten in Deutschland zu sein. Das Spiel hingegen konnte uns nicht so recht überzeugen. ;-(

Da einige Freunde mit ihrem Praktikum in Singapur fertig sind und die Heimreise nach Deutschland antreten, haben wir uns alle am Freitagabend im ‚The Pump Room’ getroffen. Eine Art Brauerei mit Lifemusik. Es war ein sehr witziger Laden den wir sicher noch einmal besuchen werden (siehe Fotos)

Samstagmittag waren wir dann zum Baby Shower von Lynn eingeladen. Lynn ist eine Arbeitskollegin von mir und zurzeit im Mutterschaftsurlaub. Einen Monat nach der Geburt veranstalten die Asiaten eine so genannte Babyparty wo Familie, Freunde und Arbeitskollegen eingeladen werden. Übrigens läuft das hier mit dem Schwangerschaftsuraub etwas anders als in Deutschland. Die schwangeren Frauen arbeiten noch bis zum Tag der Geburt und kommen auch schon nach 2 Monaten wieder zurück zur Arbeit. Das kann man sich schwer vorstellen, aber es funktioniert.

Am Sonntag hatten Alex und ich unseren Jahrestag. In Deutschland waren wir in jedem Jahr woanders Essen (Spanisch, Türkisch, Griechisch, Chinesisch). Nach 2 Monaten Asia – Food, war es aber mal wieder Zeit für etwas Deftiges. Alex hatte uns somit einen Tisch in dem deutschen Restaurant ‚brotzeit’ bestellt. Der Koch kommt wohl aus München. Es gab Schweinshaxe mit Sauerkraut und Semmelknödel und es war echt super lecker. Als Nachtisch gab es dann einen Apfelstrudel mit Vanilleeis und Mandeln (das klingt einfach mal schon lecker).

Der Höhepunkt war aber unsere Fahrt mit dem groessten Riesenrad der Welt – dem Singapore Flyer (Höhe 165m). Man steigt in eine riesige Kapsel und es dauert eine halbe Stunde bis man eine komplette Runde gedreht hat.

P.S. Heute sind Alex Eltern auf dem Weg nach Bali, mit einem Aufenthalt von fünf Stunden, in Singapur zwischen gelandet. In unserer ‚verlängerten’ Mittagspause sind wir dann zum Flughafen für ein kurzes Wiedersehen.


Fast wie Weihnachten …

Juni 10, 2008

(Jana)

Gestern kam endlich das Paket von Claudi an. Es hat 2 Wochen gedauert bis es den Temasek Tower in Singapur erreicht hat. Ich habe schon gar nicht mehr an das Päckchen gedacht und war deswegen noch überraschter als Mazidah mir das Paket auf Arbeit überreichte.

Ich wollte mich hiermit noch mal für das Päckchen bedanken. Das war echt eine super Idee und ich bzw. wir haben uns sehr darüber gefreut. Heute gab es deswegen auch seit langem mal wieder Spaghetti Carbonara :-) .

Also Danke noch mal!!!


Dayang – ein Paradies

Juni 1, 2008

(Alex)

Jana hat schon angedeutet, dass wir mit dem „Open Water Diver“ Kurs angefangen haben. Im Pool haben wir noch einige Skills geübt, wie Maske unter Wasser säubern, Verhalten wenn die Luft ausgeht usw. usw. Bis auf das lange unter Wasser bleiben, war es aber eher weniger spannend. Das sollte sich am letzen Wochenende ändern. Gemeinsam mit der Tauchschule ging es nach Dayang, eine kleine (Pi mal Daumen 4 Fußballfelder große) malaiische Insel. Gleich nach der Arbeit ging es dann im Kleinbus los. Insgesamt waren wir 6 dt. Praktikanten, 3 singapursche Studenten, Tauchlehrer Ashar und ein lebensmüder Busfahrer. Allein die Fahrt bis zur Grenze (ca. 20km) und Grenzübergang hat fast 2h gedauert. Es gibt zwei große Brücken von Singapur nach Malaysia und für einen Freitagabend ist das wie ein kleines Nadelöhr wo alle durchwollen. In Malaysia angekommen, bemerkt man sofort warum Singapur – Asien light ist. Vom hochmodernen, akklimatisierten Grenztrakt kommend erreicht man ein ziemlich abgenutztes Gebäude auf der „anderen Seite“ wo paar alte Ventilatoren gegen die drückende Schwüle ankämpfen. Auf den Strassen ist ein wirres Hin und Her, am Bordstein liegt Müll. Also mehr als nur ein Streifen von paar hundert Metern der die beiden Staaten deutlich von einander trennt. Es war nur ein kurzer Eindruck, ich bin schon gespannt, dass Land näher kennen zulernen.

Wir haben erstmal im Shop Kaugummis und Getränke eingekauft, die anderen wesentlich günstigere Zigaretten. Drei weitere Stunden Fahrt durch unzählige Palmenölplantagen brachten und nach Mersing, ein kleine „Hafenstadt“ von der es zu den vielen kleinen Inseln geht. Um Mitternacht fuhr unsere Fähre los, doch die guten Schlafplätze waren aber schon von einer Vorgruppe belegt, außerdem stank es im Bootsinneren total nach Diesel.

Ich habe Jana meinen Platz abgegeben und mich draußen auf das Deck zum schlafen begeben. Da ich auch auf längeren Busfahrten gerne auf den Gängen schlafe, war das Deck für mich überhaupt gar kein Problem – im Gegenteil, ich habe fast die komplette vierstündige Fahrt durchgeratzt.

Da an diesem Tag Vollmond war, hatte man schon vom Steg aus ein super Blick auf die Insel, weißer Sandstrand und nur zwei große Häuser als Taucherunterkunft – das wars, sonst gibt es nichts mehr auf der Insel. Schaut euch einfach die Bilder an, da muss man nicht viel zu sagen :-) . Leider konnten wir den Strand und das Wetter nicht in vollen Zügen genießen. Denn gleich nach dem Frühstück ging es zum ersten Tauchgang. Wir übten noch einmal alle wesentlichen Elemente unter Wasser. Jeder sollte sich auch an den Druck gewöhnen usw. ca. 50min waren wir unte, anschließend ging es zur Insel zurück – Mittagessen. Kaum verschnauft ging es zum zweiten Tauchgang. Netto ist man zwar nur 1h im Wasser, aber erstmal mit dem Boot hinkommen, Ausrüstung auspacken, anziehen, ausziehen zurückfahren

Dauert dass dann schon 2-2,5h Stunden. Der zweite Tauchgang ging schon etwas tiefer (12m) – diesmal sind wir auch „herumgeschwommen“ und haben uns auch die Unterwasserwelt angesehen. Es ist einfach unbeschreiblich, von oben ist es einfach nur blau und öde, unten sind tausende von Fischen, Korallen, Pflanzen. In den tropischen Gewässern (Oberfläche 30°C, 10m tiefe 28°C) sind die Fische alle total bunt. Man fühlt sich selber wie ein Fisch in einem riesigen Salzwasseraquarium. Ashar, der Tauchlehrer, wirbelte in einer Koralle mit einem Stab herum und es kamen ganz viele kleine Clown Fishes (aka Nemo Fische) heraus. Wirklich der Hammer. Nach Kaffeepause (bzw. Tee und gebratene Bananen) ging es dann zum dritten und letzen Tauchgang, des Tages. Diesmal wieder eine komplett andere Welt. Die Böden waren sandig, keine Korallen aber noch viel mehr Fische. Auch Schwärme von ca 1000 Fischen (ca. 15-20cm pro Fisch), schwimmen wie eine kitschige Tapete an einem vorbei. Ich habe versucht genau rein zu schwimmen, aber die koordinieren sich alle blitzschnell und bilden eine Auswölbung an dem Platz wo man sich gerade befindet :-) .

Die Nacht war recht kurz und wir alle ziemlich müde und kaputt, aber wir haben es uns nicht nehmen lassen noch Beachvolleyball und Beachfussball zu spielen. Ostseesand ist super fein und weich, aber das ist noch einmal eine Ecke besser.

Am Abend haben wir es uns bei kaltem Bier und einem leckeren Barbecue (auch wenns auf dem Foto nicht so aussieht) gut gehen lassen. Sonntagmorgen hieß es um 6.00Uhr aufstehen, der erste Tauchgang stand schon vor dem Frühstück an (Sonnenaufgang siehe Foto). Es war wieder ein „Leisure-Dive“, d.h. Just for Fun und keine Skills üben. Diesmal waren wir auf ca. 15m Tiefe. Wir haben einige Moränen gesehen, Wassergurken die ca. 1m lang und 20cm dick sind, Unterwasserschnecken, viele bunte und glitzernde Fische, die man sonst nur aus Aquarien kennt. Highlight war aber zum Schluss eine Schildkröte die plötzlich vor uns „auftauchte“ und an uns gemütlich vorbei schwamm (Jana fand sie sah aus wie Susi!). Nach dem Frühstück ging es dann zum letzten Tauchgang, dort übten wir mit dem Kompass hin und zurück zu kommen, bei der starken Strömung und dem aufgewirbeltem Boden gar nicht so leicht.

Nach dem üppigen Mittagsessen ging es dann leider auch schon wieder nach Hause, wir hatten ja auch einen langen Weg zurück.

Während dessen, grüßt Ashar auf „Deutsch“ unsere Eltern!

Auf dem Boot entdeckten Jana und ich den perfekten Platz zum Sonnenbaden und Chillen (siehe Fotos). Bierchen, Fahrtwind, Sonnenschein, Meer und kleine Inseln links und rechts – man kann es sich wirklich gut gehen lassen, wenn man möchte :-) !

Kurz vor der Grenze nach Singapur deckten wir uns noch einmal mit Kaugummis ein (15Päckchen) kurz vor dem Übergang erfuhren wir von Ashar, das jeder nur max. zwei mitbringen darf. So, jetzt hatten wir aber schon eine Tüte voll und wollten sie auch nicht wegschmeißen – wir entschieden zu „schmuggeln“ und im Fall der Fälle den Unwissenden zu spielen (was in dem Fall auch wirklich gestimmt hätte). Es ging aber alles gut, wurden weder verhaften noch mussten wir was zurück lassen. Zusammenfassend, war das Wochenende echt spitze – cooler Ausflug, coole Eindrücke, coole Leute!

Jaja, die Kaugummigeschichte und Singapur – auf den ersten Blick wirklich sehr albern das Gesetz. Uns erzählte ein „Local“ auf dem Boot, das es noch vor ca. 10Jahren welche zu kaufen gab. MRT-Stationen und Strassen waren total verklebt. Jetzt ist aber alles blitzeblank. Wenn ich mich an den Eingang vor dem Allee Center oder Karstadt erinnere und alle es achtlos ausspucken – eigentlich die richtige Maßnahme wenn man es sauber haben will?

(Hier stinkt trotzdem keiner aus dem Mund, von Mentos über SMINT und wie sie nicht alle heißen gibt es hinreichend viele Substitute…)

Die Woche über mussten wir für den theoretischen Schein „lernen“ bzw. lesen. Nach einem langen Arbeitstag gar nicht so leicht. Meistens schliefen wir nach einer Stunde ein. Letzen Endes haben wir aber glanzvoll mit 98% richtigen Antworten bestanden und dürfen uns von nun an offiziell Open Water Diver nennen.

Zwischenzeitlich waren wir auch einen Abend in einem besonderen Kino. Es sind nur ca. 30 bequeme Sessel, die sich komplett in die Horizontale elektronisch Bewegen lassen, im ganzen Kino. Da das Kino mega-akklimatisiert ist, gibt es die Decke schon gleich mit dazu – verrückt! Unsere Sitznachbarn haben sich erstmal eine Flasche Schampus auf ihren Tisch geordert. Wir haben Indiana Jones geguckt. Nach dem „Mr Jones“ einen Atombombenanschlag überlebt hat (er hat sich in einen Kühlschrank gestellt), war unser Interesse an dem Film mächtig gedämpft. Jana brachte es mit einem tiefen Schlaf zum Ausdruck. Ich musste alle 30sec. gähnen. Super Film, wenn ihr ihn noch sehen wollt :-) !

Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber ich habe kein Bock mehr weiter zuschreiben – wir aber im nächsten Artikel natürlich nachgeholt!