(Jana)
Der erste Eindruck von unserem Heim war eigentlich ganz gut. Thu Anh und Nitin (unsere Vermieter und Mitmieter) servierten uns sofort kalte Getränke und zeigten uns die Wohnung bzw. unser Zimmer. Da es leider schon sehr spät war und die Beiden am nächsten Tag früh raus mussten, blieb leider nicht viel Zeit zum Schnacken. Sie gaben uns noch eine Map von Singapur, zeigten uns die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit für Getränke und Essen und dann waren wir schon wieder auf uns selbst gestellt. Nach der 30-stündigen Reise mit nur ca. 7 h schlaf und noch dem Schrecken von Alex Reiseuntauglichkeit im Nacken waren wir mehr als fertig. Mittlerweile war es hier gegen 23.30 Uhr. Wir „skypten“ noch nach Deutschland um allen Bescheid zu geben, dass wir gut angekommen sind. Trotz des wenigen Schlafes der letzten Tage konnten wir in dieser Nacht erst um 3 Uhr morgens einschlafen.
Am nächsten Tag schliefen wir bis um 12Uhr Mittag (6Uhr Deutsche Zeit). Unsere innere Uhr hatte sich also noch nicht umgestellt. Frühstück bzw. Mittag fiel mager aus. Es gab für Alex lediglich ein trockenes Brötchen noch aus Deutschland und für mich ein Monte, natürlich ebenfalls noch aus Germany. Zum Glück hatten wir noch einen Orangensaft aus dem Flugzeug mitgehen lassen. (Sandy musste sich wohl auch gewundert haben, denn in der Tüte landete nicht nur der O-Saft sondern auch die guten Emiratesdecken für den Strand, Erfrischungstücher und Wasserpäckchen).
Da ich mein Arbeitsvisum bis spätestens zum 10.04. abholen musste, machten wir uns nach einem Zwischenstopp in einem Tante Emma Laden gleich auf die Socken Richtung Ministry of Manpower. Nachdem uns „google maps“ nun zum zweiten Mal in eine völlig falsche Richtung geschickt hatte, kamen wir dank der Map unserer Vermieter eine gute Stunde später im MOM an.
Singapur’sche Ämter unterscheiden sich nicht groß von Deutschen – das heißt: Nummer ziehen und warten. Leider gibt es hier aber 5 verschiedene Ticketautomaten. Nachdem wir uns für das Ticket „Work Pass Division“ entschieden hatten, wurde uns die Nummer U508 zugeteilt. Die Schalter und der Warteraum waren eine Etage höher. Dort angekommen sahen wir schon die Menschen auf den Gängen stehen. Auf der Anzeige blinkte die nächste Nummer – es war die U822. Im ersten Moment dachten wir der Ticketautomat sei defekt, so dass ich Alex runter geschickt hatte um noch ein Ticket zu ziehen. Als er wiederkam hatte er die Nummer U535 in der Hand. Okay also ist der Automat nicht defekt. Nun war uns klar, dass die Anzeige bis U999 durchläuft und dann wieder bei U001 anfängt.
Da wir nicht den ganzen Nachmittag im „unterkühlten“ Amt sitzen wollten (ich hatte mir natürlich ein Jäckchen mitgenommen - Alex dagegen nicht und ihm war kalt) wollten wir uns die Gegend anschauen. Durch das lange Suchen des Amtes hatte ich mir paar Blasen an den Füßen gelaufen, die mit Pflastern versorgt werden wollten – die wir nicht bei hatten. Die erste Apotheke, die wir fanden war voll mit Kräutern und getrockneten Tintenfischen – Hansaplast gab es trotzdem
. Das Viertel in dem MOM gelegen ist heißt Chinatown. Es gibt dort zahlreiche Shops, Banken und Food Courts. Wir tauschten unser Geld und holten uns Prepaid Karten für das Handy. Telefonieren ist hier sehr günstig. Eine SMS kostet nicht mal 3cent und eine Minute telefonieren 4cent – jede Zeit jedes Netz.
Nach einer Weile kehrten wir zurück ins Amt und nahmen mit Schrecken zur Kenntnis, dass die Anzeige erst bei U200 war. Jedoch warteten nur noch wenige Menschen und die Mitarbeiter waren damit beschäftigt die Nummern durchlaufen zu lassen. Anscheint hatte irgendwer 200 Nummern aus Spaß gezogen. Somit bildete sich eine Schlange und jeder kam nacheinander dran. Irgendwann auch wir. Ich gab meine Unterlagen ab und mir wurde mitgeteilt, dass ich meinen Pass am darauf folgenden Tag abholen darf.
Wir kehrten zurück zu dem Einkaufscenter und entdeckten einen coolen „Pfennig-Laden“. In Deutschland würde Alex niemals in so einen „Tinef“ Laden gehen, da er meint da gibt’s nur Müll. Hier jedoch „shoppte“ er ohne Halt. Ein Auszug unsere Ausbeute: Zahnputzbecher, Mülleimer für unser Zimmer, Reisestecker, Sicherheitsnadeln, Klebeband.
In dem Einkaufszentrum gab es jedoch leider kein Supermarkt. Somit aßen wir in einem Food Court und fuhren mit der MRT nach Hause, da wir noch unsere Koffer auspacken wollten.
Als wir zu Hause waren, nahmen wir zum ersten mal die Wohnung genau unter die Lupe. Da ist uns leider aufgefallen, dass unsere Mitmieter „Messies“ sind. Die Küche muffelt etwas, überall liegt etwas rum und nirgends ist Platz für unsere Lebensmittel (okay bis dato hatten wir noch keine – aber das wollten wir ja noch nachholen).
Naja halb so schlimm dachten wir, die werden ja irgendwann mal ihr Zeug aufräumen und Platz schaffen. Somit wendeten wir uns unserem Zimmer zu.
Es ist klein, aber wir wussten wir können da noch was rausholen. Es ist ca.15qm groß, hat 2 Betten und 2 Schränke. Da wir beide ja sooo busy sind, haben wir ja noch 2 Lappis unterzubringen – jedoch gibt es im Zimmer kein Tisch. Viele von euch kennen ja Alex „Ingenieur“ Künste als Duschenbauer, Schreibtischbauer, Kleiderhackenbauer, Grillbauer, Gardinenstangenreparierer usw. Alex überlegte nicht lange und entschied sich für ein Sideboard. Er nahm eine Tür seines Schranks heraus und wollte rechts neben den Betten eine Ablage schaffen. Unsere „Messie-Mieter“ hüten zum Glück auch Zeitungen und Kartons. Somit war es für Alex eine Leichtigkeit ein Sideboard zu kreieren. Ich putzte in der Zwischenzeit unsere vorhandenen Schränke und packte die Koffer aus.
Um unserem Zimmer ein Stück „Heimat-Feeling“ zu verleihen platzierten wir noch unsere Mitbringsel aus Deutschland.
- Singapur`sche Apotheke
- Jana im Food Court
- Unsere Betten mit Sideboard
- Komode
- Unsere Schränke
- Pimp my Tokio Hotel Poster
- Romeo, Melvi und Schlappi (von links)
- Wohnzimmer
- Messie Abstellraum
- Essecke
- Flur
- Küche
- Badezimmer
- Auf dem Weg zum MOM














April 11, 2008 um 4:59 |
Da war Alex ja mal wieder richtig bastelfreudig
So messie-mäßig find ich das jetzt auf den Fotos aber gar nicht, ehrlich gesagt. Da hat man im Fernsehen schon vieeeeel schlimmeres gesehen
Kostet es auch 4 cent nach Deutschland zu telefonieren? *G* Aber die Mobilfunk-Preise sind da ja fast wie in Österreich
April 11, 2008 um 8:34 |
Hi Alex,
freue mich sehr, dass das alles doch noch geklappt hat und ihr heile angekommen seid.
Hatte mir eure Wohnung von Andreas Erzaehlungen schlimmer vorgestellt. Kann man denk mal ganz gut drin wohnen ueber die Zeit, die ihr da seid. Hehe, der Tisch ist einwandfrei geworden. Haett ich nicht besser hinbekommen.
Ich wuensche euch viel Spass in Singapore und Alex natuerlich noch gute Besserung.
Freue mich schon auf weitere Berichte und natuerlich auch viele Fotos von euch.
Gibts bei euch da auch Ameisen? Kannste ja das Verhalten studieren und umsetzen. Vlt haben die singapurianischen Ameisen spezielle Taktiken und du gewinnst