(Alex)
Nach der tollen Abschiedsfeier am Samstag fiel uns der Abschied, trotz aller Vorfreude, doch sehr schwer. Die zahlreichen Geschenke und Andenken werden uns aber helfen alle gut in Erinnerung zu behalten. Wir konnten leider nicht alles mitnehmen, da unsere Koffer schon die 20kg Marke weit geknackt haben. Einige ausgewählte Stücke haben dennoch reingepasst
. Vielen Dank für eure Mühe und die tollen Ideen.
Dem Einen oder Anderen ist vielleicht schon mein Bauchschmerzengejammer an dem Abend aufgefallen. Alles nicht so schlimm dachte ich mir – wird schon weggehen. Als es mir aber am Sonntag immer noch nicht besser ging, entschloss ich mich doch mal zum Notarzt zu fahren (9.30Uhr) – schließlich lag eine 30-stündige Reise vor uns. Schnell Medizin für den Infekt abholen und dann wieder nach Hause Sachen zu Ende packen. Denkste! Im Medico-Center angekommen, wurde ich von der netten Krankenschwester gleich nach vorne geschoben. Obwohl ich Kassenpatient bin, hat meine Notlage letztendlich doch überzeugt. Die Ärztin taste mein Bauch ab uns sagte gleich das es kein Infekt ist. Glück gehabt dachte ich mir. Die Ernüchterung folgte aber gleich darauf – verdacht auf Appendizitis. Sie leitete mich an den Chirurgen weiter, der sich das noch einmal angucken sollte. Einige Tests später konnte schließlich auch er sich nicht festlegen, ob mein Blinddarm entzündet ist oder nicht. Eine Flugerlaubnis gab es von beiden nicht. Der Chirurg schickte mich ins benachbarte Uniklinikum (11.00Uhr). Bei der Notaufnahme wurde ich informiert, dass der Behandlungszyklus mind. 2h dauert. Ich sollte mir auch im Klaren sein, dass ich auch am Ende des Tages eingewiesen bzw. sogar operiert werden muss. Da ging mir auf Deutsch gesagt der Arsch mehr als auf Grundeis. Gesundheit geht dennoch vor, deshalb entschloss ich mich den Tests zu unterziehen. Die Details erspar ich euch mal hier. Aber die Wartezeiten waren wirklich mehr als nervenraubend, da ich mittlerweile echt unter Zeitdruck stand – unser Zug sollte um 14.00Uhr abfahren.
Da wir den Flug schon einmal verschieben mussten, haben wir uns entschlossen keine Reiserücktrittsversicherung zu nehmen, diesmal wollten wir auf jeden Fall fliegen… :-/
Jana saß schon auf den Koffern und war verzweifelt – meine Eltern ebenso. So nutze ich jede freie Minute um die Zwischenstände durchzugeben. Während den Untersuchungen versuchte ich mich mit Galgenhumor einwenig selber aufzubauen.
Ich: „Wie lautet ihre Differentialdiagnose?“
Arzt, ca. 28Jahre: „Es ist nicht Lupus!“
Angst hatte ich dennoch, nicht vor der Operation sondern vielmehr, dass alles so knapp davor noch kippen könnte. Um 13:25Uhr saß ich mittlerweile beim vierten Arzt im Zimmer, der mir die Ergebnisse des Blut- und Ultraschalltests mitteilen sollte. Auch er taste mich von vorne bis hinten ab. Keiner wollte das Risiko für die Flugerlaubnis tragen. Da zumindest die Appendizitis nicht nachgewiesen werden konnte, bescheinigte er mir, dass ich flugfähig bin. (Übrigens – Danke Papa. Es war wirklich super, dass du mitgekommen bist.) Jana ist in der Zwischenzeit zu mir nach Hause gefahren, um meine Sachen zu ende zu packen. 14:30Uhr sind wir dann nach einem kurzen Mittagessen alle gemeinsam los. Ich hatte nicht mal die Zeit mir die Haare zu gelen
– egal, ich war einfach nur happy, dass wir fliegen konnten! Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann vom Magdeburger HBF los. Die Fahrt nach Frankfurt verging ruckizucki und half doch sehr den Adrenalinpegel zu senken. Bis auf eine laut telefonierende Klischee – Wessitante gab es bei der Fahrt auch nichts auszusetzen. In Frankfurt waren wir leider ein wenig spät dran und bekamen keine Fensterplätze mehr, wenigstens hat den „Einchecker“ unser Übergewicht nicht interessiert.
Meine Flugangst habe ich aufgrund der überschlagenden Ereignisse am Tag fast vergessen, so war ich eigentlich ganz ruhig als wir die riesige Boing betraten. Beim Start schwitzten meine Hände trotzdem, aber es lief alles glatt.
Mit Emirates fliegen ist wirklich super – Service spitze, Essen einwandfrei (mit Metallbesteck), persönliches Media Center im Sitz (Musik, Spiele, aktuelle Kinofilme, Nachrichten usw.) erstklassig. Einziges Manko schreiende Kinder und zu wenig Beinfreiheit. Mit meinem großen Pflaster vom Blutabnehmen und einem mitleiderregendem Blick konnte ich zwei weitere Plätze erschlauchen. So bekamen wir schließlich noch paar Stunden „Schlaf“. Die Landung in Dubai war butterweich; unser Gepäck wurde automatisch weitergeleitet. Wir suchten uns erstmal zwei Liegesitze, zwischen den ganzen Leuten die auf dem Boden lagen. Andere Länder – andere Sitten
. Durch die Lautsprecher dröhnte die ganze Zeit „Rechner an“ (google: arabisch Flugnummer). Uns war es egal, der Lappi war schon lange gebootet. Noch schnell eine E-Mail nach Hause geschickt und weiter zum Zoll und zu der 1A Sicherheitskontrolle:
Beamte: „Haben sie Flüssigkeiten oder irgendwelche anderen gefährlichen Gegenstände mit?“
Wir: Nein.
Beamte: „Okay, sie können weiter gehen.“
Kein Abtasten, kein Gepäck röntgen – hmm – klappt ja trotzdem. Der Flieger nach Singapur war ein Zwischenstop nach Australien und Neuseeland. Wir teilten uns die mittlere 4-er Bank mit einem „Sandy Cohan“. Jana frierend im Pulli, legte sich die zweite Emirates Decke über den Schoß. „Sandy“, ca. 50, braungebrannt, Surfertyp, saß in seinen Flip-Flops und kurzen Hosen und bestellte sich erstmal ein O-Saft mit viel Eis. Naja, wir versuchten ein wenig zu schlafen, aber das ist in der Economy – Class wirklich kaum möglich. Nachdem ich den Computer im 6. Anlauf im „Leicht – Modus“ bei Dame geschlagen habe, guckten wir „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ – die Zeit verging dann auch wie im Fluge
. Auch in Singapur war die Landung ruckelfrei. Die Koffer haben den Weg unbeschadet überstanden und wurden erstmal von den Beamten auf Drogen und Geldbündel geröntgt. Da wir aber beides nicht mithatten ließ man uns passieren.
Visum erhalten, MRT – Ticket gezogen und ab in Richtung Wohnung. Da ich einen „google-maps“ Ausdruck hatte, wusste ich genau wo ich hin musste. Am Outram – Park angekommen, bis dato war noch alles akklimatisiert, kamen wir das erste Mal an die „Frische Luft“. Es war der Hammer. Wer noch nie in der Ecke war, es ist vergleichbar mit dem Affenhaus im Magdeburger Zoo (ich meine nicht den Geruch) oder besser mit den Gruson - Gewächshäusern. Ich habe jetzt schon bereut Pullis mitgenommen zu haben. Auf jeden Fall, Hose hochgekrempelt, sich bis auf das T-Shirt ausgezogen und losmarschiert mit unserem riesigen Gepäck. Uns hätte aber mal jemand den Tipp geben können, dass google den grünen Punkt einfach irgendwo hinsetzt und nicht an die genaue Adresse.
Klitschnass, entnervt und total übermüdet haben wir einen netten Wächter gefunden, der uns direkt zu unserer Wohnung gelotst hat…. To be continued.
- Media Center im Sitz
- Unser Flieger von innen
- Echtes Besteck
- Unser Flieger von außen
- Dubai – Free Broadband, Schlappi surft mit
- Dubai – Wieso liegen hier alle auf dem Boden?






April 10, 2008 um 6:23
Hey, ihr beiden, dass sind ja schon eimal aufregende stunden gewesen! Nette idee, mit dem blog!
Lasst es euch gut gehen und passt auf euch auf und liefert weitere spannende geschichten!
Patter und Caro
April 10, 2008 um 6:40
Cool, endlich gibts den Blog
Hat der Arzt wirklich gesagt „Es ist nicht Lupus!“? *g* Wenn dann isses bestimmt Wegener.
Aber mal im Ernst: gehts dir schon besser Alex oder schmerzt der Bauch noch immer?
Ich wünsch euch jedenfalls viel Erfolg und Spaß in Singapur.
und ja fleißig weiterschreiben, wir wollen alle ein klein bisschen Singapur und Alex&Jana hier haben
April 11, 2008 um 6:12
Hi ihr beiden,
naja Alex musste es ja auch mal wieder spannend machen, ohne geht es ja nicht
Ich hoffe, ihr habt euch recht gut eingelebt.
Ich bin schon ganz gespannt auf die nächste Story.
Liebe Grüße Bine
April 11, 2008 um 9:45
Hey ihr beiden…
Mann oh Mann… da habt ihr ja noch vor dem eigentlichen Abenteuer ne ganze Menge erlebt. Alex, gehts dir denn jetzt besser??
Auf jeden Fall freut es mich, dass sonst alles gut geklappt hat und ihr gut angekommen seid.
Nun erstmal viel Spaß. Bald geht’s ja auch los mit arbeiten, ne?
Nagut, freeu mich auf den nächsten Zwischenbericht!
Bis dahin..
Ganz liebe Grüße aus dem nassen grauen Magdeburg.
April 11, 2008 um 4:17
Hammer hart!
was für eine story. hauptsache ihr seid gut angekommen! ich wünsche euch noch viel glück und erfolg in der fremden welt, vielleicht nicht ganz so dramatisch!
lg patrick
April 12, 2008 um 8:10
Hey, es freut mich, dass ihr gut angekommen seid (trotz der Anfangsschwierigkeiten). Schön, dass das Glücksschweinchen noch reingepasst hat. „Melvi“ ist ja ein echt ein süsser Name. habe von der Abschiedsfeier noch ein paar Fotos bei studi reingesetzt, weiß ja nicht, ob ihr sie schon gesehn habt… Freue mich jedenfalls auf weitere spannende Geschichten und wünsche euch weiterhin viel Spaß und Erfolg (-;